Andreas Ras MSc

Oralchirurgie Implantologie Zahnmedizin
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Gold gehört zu den bewährtesten Materialien in der Zahnheilkunde. 

Ausgrabungen belegen, dass schon vor 4.500 Jahren die Ägypter 

Golddrahtgebinde zur Schienung gelockerter Zähne benutzten und vor 

3.000 Jahren die Etrusker aus Goldstreifen kronenähnliche Gebilde 

herstellten. Heute noch ist Gold ein hervorragender Werkstoff in der 

Zahnbehandlung, auch für mittlere bis große Füllungen ist es in der 

Haltbarkeit und Verträglichkeit unerreicht. Außerdem bietet Gold neuen 

zahnschädlichen Bakterienablagerungen wenig Angriffsfläche.

Dem gegenüber steht ein großer Aufwand bei der Herstellung: Der 

Zahnarzt eröffnet die Karies oder entfernt die alte Zahnfüllung, präpariert 

eine typische Form im Zahn und erstellt einen Abdruck. Der Zahntechniker 

gießt die Abformungen mit einem Spezialgips aus, fertigt darauf eine 

individuelle Form aus Wachs und überführt diese mittels Gusstechnik 

(ähnlich dem Glockenguss) in die endgültige Füllung. Nach Anpassung 

kann der Zahnarzt sie nun mit Spezialzementen in das Zahnloch 

einsetzen. Den Laien mag erstaunen, dass mit dieser Technik eine 

Präzision bis zu 50 Tausendstel Millimeter erreicht werden kann.

Möglich sind diese Goldrestaurationen für fast alle Defektgrößen. 

Goldinlay´s und Goldeinlagefüllung nennt man die kleinen Füllungen; 

muss die gesamte Kaufläche wieder hergestellt werden, spricht man von 

Onlay´s oder Teilkronen; und wenn der gesamte sichtbare Teil des Zahnes 

überzogen wird, heißt es Krone.

Zahnmedizinisches Gussgold ist kein reines Gold, sondern eine 

Legierung, die aus verschiedenen Metallen besteht und als 

Medizinprodukt zertifiziert wird. Vor ungefähr 10 Jahren wurden oft so 

genannte Sparlegierungen auf Palladiumbasis verwendet. Heute ist jedoch

ein deutlicher Trend zu Edelmetalllegierungen zu beobachten. Modernes 

Zahngold ist damit deutlich hochwertiger als beispielsweise 18-karätiges 

Schmuckgold.  

Gold hat seine eigene Optik und ist deshalb nicht bei allen Patienten 

gleichermaßen beliebt. Aber auch mit Gold kann eine ästhetische 

Zahnheilkunde erzielt werden: Im Seitenzahngebiet vor allem im 

Oberkiefer fällt es oft weniger auf als beispielsweise Amalgam. Und wem 

es nicht gefällt: Gold kann mit Keramik "verblendet" werden. Die meisten 

weißen Kronen sind Verblendmetallkeramiken, innen Gold, außen 

Keramik. Die keramische Masse wird auf den Metallkern in mehreren 

Schichten aufgebrannt, ähnlich wie bei der Emailliertechnik.

Bei höchsten optischen Ansprüchen besteht das Gerüst aus Feingold. Mit 

der Galvanotechnik wird auf elektronischem Wege ein hauchdünnes 

Käppchen aus reinem Gold als Gerüst für die Keramik hergestellt. Die 

erreichbare Präzision und naturgetreue Farbwirkung der Krone ist selbst 

der bewährten Verblendmetallkeramik überlegen. Der Werkstoff Gold ist 

und bleibt in der modernen Zahnheilkunde unentbehrlich, auch wenn man 

ihn nicht immer als solchen erkennt.  

Gold

Andreas Ras MSc

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