Andreas Ras MSc

Oralchirurgie Implantologie Zahnmedizin
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Prinzip

 

Sind in einem Kiefer alle Zähne verloren gegangen,

können sie durch eine Totalprothese 

ersetzt werden. Keramik- oder 

Kunststoffzähne sind in einer Basisplatte 

aus zahnfleischfarbenem Kunststoff 

verankert. Sie liegt der 

Kieferschleimhaut unmittelbar an und 

saugt sich fest. Zwischen der Prothese 

und der Schleimhaut verstärkt ein 

Speichelfilm (wie bei einem Wasserfilm 

zwischen zwei Glasplatten) die Haftkraft. 

Um den Prothesendruck so gering wie 

möglich zu halten, muss die Basis auf 

einer möglichst großen Fläche 

abgestützt werden. Bei optimaler Ausdehnung der Kunststoffbasis bleibt die 

Prothese beim Zubeißen und bei Kau- und Gesichtsmuskelbewegungen 

lagestabil, die Muskeln halten sie sogar fest. Trotzdem ist das Abbeißen 

harter, großer Nahrungsmittel (z. B. Äpfel) mit Totalprothesen nur in 

manchen Fällen möglich, insgesamt ist die Kaukraft meist vermindert.  

Ziele

Eine totale Prothese soll gleichzeitig mehrere Aufgaben erfüllen. Sie stützt 

die Kiefer im richtigen Abstand gegeneinander ab. Durch den Ersatz der 

fehlenden Zähne und die Unterstützung von Lippen, Wangen und Muskeln 

trägt sie zu einer ansprechenden Wirkung des Gesichtes bei. Sie dient nicht 

nur der Wiederherstellung der Kaufähigkeit, sondern auch der 

Sprachbildung.

Behandlungsablauf

Abdrücke mit einer weichen Masse 

ermöglichen dem Zahntechniker die 

Herstellung von Gipsmodellen der Kiefer. 

Darauf werden zunächst "persönliche", 

zu den Kiefern passende Abdrucklöffel 

angefertigt.

Beim nächsten Termin werden sie im  

Mund anprobiert und - falls nötig - 

durch Kürzung oder Verlängerung an 

einzelnen Stellen noch genauer 

angepasst. Sie dienen nun für einen 

weiteren Abdruck, der auch durch die 

Bewegungen von Muskeln, Lippen, 

Zunge und Wangen ausgeformt wird. 

So gibt er genau den zur Verfügung 

stehenden Raum für die 

Prothesenbasis vor. 

Der "Biss" der Prothese kann später 

im Mund nur dann stimmen, wenn der Unterkiefer den richtigen Abstand 

vom Oberkiefer hat und mittig steht. Deshalb wird bei der "Bissnahme" die 

Stellung der Kiefer zueinander mit verschiedenen Verfahren bestimmt.

Im Labor werden anschließend die 

künstlichen Zähne zunächst in eine 

Basis aus Wachs aufgestellt.  

Diese "wachsaufstellung" wird in einer  

weiteren Sitzung am Patienten 

anprobiert und angepasst.  

Sind Biss, Aussprache und Aussehen 

zufrieden stellend, kann der 

Zahntechniker die Prothesen in 

Kunststoff umsetzen.  

In der nächsten Sitzung bekommt der 

Patient die fertigen Prothesen. Dabei 

müssen die Gleitbewegungen der Zähne 

beim Kauen häufig noch durch kleine 

Schleifkorrekturen "geglättet" werden. 

Eingewöhnung

Jede neue Totalprothese ist zunächst ein großer Fremdkörper im Mund. 

Wenn sie tagsüber ständig getragen wird, fällt sie jedoch bald kaum noch 

auf. In der ersten Zeit können Druckstellen (wunde Bereiche) auftreten. Die 

Ursache lässt sich in der Zahnarztpraxis meist schnell beseitigen.  

Pflege

Die Totalprothese sollte täglich sorgfältig mit einer Bürste gereinigt werden. 

So bleibt sie weitestgehend frei von Verfärbungen und Zahnstein.  

Regelmäßige Kontrolle

Bei Patienten mit einer Totalprothese sollten mindestens halbjährlich 

Kontrolluntersuchungen in der Zahnarztpraxis durchgeführt werden. So 

lassen sich Schleimhautveränderungen oder ein allmählich verschlechterter 

Halt der Prothese rechtzeitig erkennen. Bei jedem Menschen baut sich der 

Kieferknochen im Laufe des Lebens weiter ab. Fehlbelastungen der Kiefer 

durch schlecht sitzende Prothesen führen zu einem verstärkten Abbau des 

Kieferknochens - ein Teufelskreis. Haftmittel sind in solchen Fällen keine 

Lösung. Außerdem kann eine lockere Prothese leichter zerbrechen. Deshalb 

sollte der im Laufe der Zeit durch den Kieferrückgang unter der 

Totalprothese entstehende Hohlraum regelmäßig aufgefüllt ("unterfüttert") 

werden. Der Spalt wird bei einem Abdruck mit der Prothese im Mund 

zunächst mit einer weichen Masse gefüllt und anschließend die Prothese mit 

einer zusätzlichen Kunststoffschicht ergänzt.  

Auch die Prothesenzähne verschleißen nach vielen Jahren 

täglichen Gebrauches. Dann sollte die Prothese neu angefertigt 

werden

Totalprothese

Andreas Ras MSc

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